Komplettführer zum Schnorcheln auf Teneriffa
Die meisten Besucher kommen auf die Insel mit Gedanken an vulkanische Gipfel oder günstiges Bier, doch das wahre Spektakel beginnt zwei Fuß unter der Oberfläche. Der Atlantik rund um die Kanarischen Inseln ist klar, zerklüftet und überraschend voller seltsamer atlantischer und subtropischer Lebewesen. Wenn du eine Maske nimmst und in die Buchten an der Südküste abtauchst, schnorcheln tenerife offenbart dir alles von riesigen Stechrochen, die über schwarzen Sand gleiten, bis hin zu grünen Meeresschildkröten, die in dreißig Metern Entfernung Seelattich abweiden.
Die Insel entstand durch gewaltige Eruptionen, was die Unterwasserlandschaft wie eine versunkene Mondlandschaft aussehen lässt. Basaltsäulen stürzen in tiefes Indigoblau hinab, vulkanische Terrassen schaffen flache Natur-Aquarien, und schwimmdurchgängige Gänge beherbergen Schulen irisierender Korallenbarsche. Du brauchst kein Boot oder teuren Guide, um das Beste zu sehen. Mit einem günstigen Mietwagen und einem Blick auf die Atlantikdünung kannst du direkt von den Felsen in einige der saubersten Gewässer Europas springen.
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Beste Schnorchelspots auf Teneriffa
Teneriffa besitzt keine durchgehenden Korallenriffe wie die Karibik oder das Rote Meer. Stattdessen sammelt sich das Leben um vulkanische Felsvorsprünge, geschützte Buchten und unterseeische Lavazungen, wo Muscheln und Algen wachsen. Der Süden und Südwesten beherbergen fast alle Top-Spots, da der gewaltige Vulkan Teide die Passatwinde blockiert und das Wasser tagelang spiegelglatt hält.
Abades ist vielleicht der einfachste Ort, um einen ganzen Nachmittag zu verbringen. Er liegt an der Südostküste und wird von einer unheimlichen, verlassenen Leprakolonie auf dem Hügel darüber markiert. Die Bucht selbst ist ein weiter, sandiger Bogen, geschützt durch eine Felsnase auf der Südseite. Wenn du entlang des Felsgrats schwimmst, gelangst du in ein geschütztes Mikro-Reservat, in dem das Fischen verboten ist. Kraken verstecken sich in weggeworfenen Bierdosen und Felsspalten, während große Gruppen von Brandbrassen deinen Flossen folgen und hoffen, dass du Sandwürmer aufwirbelst. Der Einstieg ist kinderleicht: Gehe einfach über den Sand, bis dir das Wasser bis zu den Knien reicht, spucke in deine Maske und lege dich flach ins Wasser.
Alcalá wirkt wilder. Der Ort liegt weiter westlich, nahe Guía de Isora, und ist ein kleines Fischerdorf mit einer Reihe gepflegter Küstenwege und rauen vulkanischen Gezeitenbecken. Gehe direkt am Luxushotel vorbei zu den öffentlichen Treppen, die in die Lava geschnitten sind. Der Meeresboden fällt hier schnell auf vier bis fünf Meter ab. Große atlantische Suppenschildkröten kommen regelmäßig in diese Bucht, um Algen von den Felsen zu fressen, zusammen mit kanarischen Langusten und Trompetenfischen, die wie Stöcke senkrecht in der Strömung stehen. Wenn du auch an tieferen Tauchgängen interessiert bist, zeigt dir unser Guide zu Schnorcheln und Tauchplätzen im Süden Teneriffas die besten Tauchspots direkt vor dieser Küste.
Profi-Tipp: Schau immer vor der Fahrt auf die Dünungsvorhersagen bei Magicseaweed oder Windguru. Eine kleine 0,8-Meter-Dünung aus südwestlicher Richtung verwandelt felsige Spots wie Alcalá in Waschmaschinen und zerstört die Sicht für 24 Stunden.
Montaña Amarilla, versteckt in Costa del Silencio, sieht optisch völlig anders aus. Die Klippe hinter dir besteht aus hellem, gelbem Vulkanasche, die vom Wind geformt wurde, und diese glatten, skulptierten Terrassen setzen sich unter Wasser fort. Hier zu schwimmen fühlt sich an, als würde man über einen Unterwasser-Skatepark gleiten. Du steigst von einer Metallleiter, die in die Felsen eingelassen ist, direkt sieben Meter ins Wasser hinab. Engelhaie ruhen in den kühleren Monaten auf den gelben Sandflecken und sind so perfekt getarnt, dass du sie erst bemerkst, wenn sich ein sandiger Schwanz bewegt.
| Schnorchelspot | Tiefenbereich | Einstieg | Highlights | Beste Windrichtung |
|---|---|---|---|---|
| Abades | 2 - 8 Meter | Weicher Sandstrand | Sepien, Rochen, ruhige Bucht | Nord, Nordwest |
| Alcalá | 3 - 10 Meter | Leitern / flache Felsen | Grüne Schildkröten, Trompetenfische | Ost, Nordost |
| Montaña Amarilla | 4 - 14 Meter | Leiter an Felswand | Vulkanische Bögen, Engelhaie | Nord, Nordwest |
| El Puertito | 2 - 6 Meter | Dunkler Sandstrand | Historische Schildkrötenbucht, einfacher Schwimmgang | Nord, Nordost |
| Playa Las Vistas | 1 - 4 Meter | Goldener Sandstrand | td>Petermännchen, Schollen, AnfängerJede (gut geschützt) |
El Puertito war einst berühmt, weil lokale Tauchschulen eine Gruppe grüner Meeresschildkröten von Hand fütterten. Diese Praxis ist zum Glück seit Jahren verboten, und obwohl viele Schildkröten an die Küste weitergezogen sind, kommen noch einige zum friedlichen Grasen vorbei. Die Bucht ist klein, charmant und übersät mit weiß getünchten Fischerhütten. Ab 11 Uhr kann es hier mit Sonnenanbetern voll werden, also steige lieber direkt nach dem Frühstück ins Wasser, um ungestört zu bleiben.
Was du beim Schnorcheln auf Teneriffa sehen wirst
Die Mischung aus Arten in diesen Gewässern ist ungewöhnlich. Du findest kaltwasser-Atlantikfische, die sich mit warmen tropischen Arten vermischen, die durch den Golfstrom hierhergetrieben wurden. Der leuchtend gelbe und türkisfarbene Mittelmeer-Papageifisch, hier lokal vieja genannt, ist überall zu sehen. Er schabt mit seinem harten vogelartigen Schnabel an den Felsen und du kannst ihn sogar knirschen hören, wenn du die Luft anhältst und drei Meter tief tauchst.
Rochen sind der absolute Publikumsliebling für alle, die Schnorcheltouren auf Teneriffa planen. Wenn du genug Stunden mit dem Blick nach unten verbringst, wirst du mehrere verschiedene Arten entdecken. Gemeine Stechrochen liegen halb im Sand vergraben und nur ihre schwarzen, wachsamen Augen sind sichtbar. Schmetterlingsrochen sehen aus wie breite Diamantdrachen, die über dem Meeresboden schweben, ohne das Wasser um sie herum zu bewegen. Dann kommen die raubschwänzigen Stechrochen. Diese können bis zu zwei Meter breit sein und gleiten mit einem unheimlichen, vogelartigen Rhythmus durch das offene Wasser – ein Anblick, der dein Herz zum ersten Mal gegen deine Rippen pochen lässt, wenn einer unter dir vorbeizieht.
Hinweis: Nach kanarischem Umweltrecht ist das Verfolgen, Einkesseln oder Berühren von Meeresschildkröten und Rochen streng verboten und kann Strafen von bis zu 3.000 Euro nach sich ziehen. Halte mindestens drei Meter Abstand und lasse sie ungestört an die Oberfläche kommen, um Luft zu holen.
Schau lieber in die schattigen Spalten als nur auf den Sand. Kanarische Muränen strecken ihre gefleckten Köpfe aus dunklen Basaltspalten und öffnen und schließen ihre Mäuler, um zu atmen. Sie wirken wütend, interessieren sich aber nicht für dich, es sei denn, du steckst deine Hand blind in ihre Höhle. Du könntest auch lange, schlanke Trompetenfische entdecken, die regungslos an senkrechten Wänden hängen und auf kleine Sardinen warten, die die Konzentration verlieren.
Im Winter kommen Engelhaie in flache Buchten wie Los Cristianos und Las Eras. Sie sind flach wie Rochen, aber echte Haie – uralt und friedlich. Sie jagen Schollen auf den Sandbänken. Oft siehst du nur eine Silhouette, eine leichte Spur ihrer flügelartigen Brustflossen, die mit schwarzem Sand bedeckt sind.
Schnorcheln auf Teneriffa nach Jahreszeit und Wasserbedingungen
Hier kannst du das ganze Jahr über schnorcheln, aber das Erlebnis verändert sich je nach Monat dramatisch. Der Atlantik erwärmt sich nicht im gleichen Rhythmus wie das Mittelmeer. Die Wassertemperatur hinkt der Lufttemperatur um etwa zwei Monate hinterher.
September und Oktober bieten die besten Bedingungen. Der Ozean hatte den ganzen Sommer Zeit, die Sonne zu speichern, und erreicht 23°C oder gelegentlich 24°C. Die Passatwinde lassen nach und verwandeln die Südküste in eine glatte Glasfläche. Die Sichtweite beträgt regelmäßig 25 Meter. Du kannst mit einem dünnen 2-mm-Shorty oder nur einem Neopren-Shirt auskommen, wenn du nicht schnell frierst.
Februar und März bringen das kälteste Wasser mit etwa 18°C oder 19°C. Das klingt mild, wenn du in Großbritannien schwimmst, aber nach zwanzig Minuten regungslosen Schweben an der Oberfläche sinkt deine Körpertemperatur schnell. In diesen Monaten brauchst du einen 4-mm- oder 5-mm-Neoprenanzug. Dafür bringt der Winter klareres offenes Wasser und eine höhere Anzahl von sich fortpflanzenden Rochen und Engelhaien, die in die flachen Gewässer kommen, um zu laichen.
- Sommer (Juni - August): Wasser um 21°C bis 22°C, mäßige Passatwinde, beste Sicht am frühen Morgen.
- Herbst (September - November): Hauptsaison, wärmstes Wasser (23°C - 24°C), minimale Winde, außergewöhnliche Klarheit.
- Winter (Dezember - Februar): Wasser sinkt auf 19°C, größere Dünungen an der Westküste, Engelhaie in flachen Sandbuchten häufig.
- Frühling (März - Mai): Wasser am kältesten (18°C - 19°C), blühendes Plankton kann die Sicht bei rauer See auf zehn Meter reduzieren.
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Praktische Ausrüstung und Sicherheitshinweise fürs Schnorcheln auf Teneriffa
Schnorchle hier nie ohne Flossen. Die Kanarischen Inseln liegen mitten im offenen Atlantik, und obwohl Buchten vom Handtuch aus ruhig wirken, ziehen Gezeitenströmungen an äußeren Punkten mit überraschender Kraft vorbei. Starke, mittelgroße Flossen geben dir den nötigen Antrieb, um gegen eine unerwartete Strömung zu schwimmen, ohne in drei panischen Minuten deinen gesamten Sauerstoff zu verbrauchen.
Achte darauf, wohin du trittst, wenn du ins Wasser steigst. Die langstachelige schwarze Seeigelart Diadema antillarum bedeckt felsige Vorsprünge auf der gesamten Insel. Ihre Stacheln durchdringen Neoprenstiefel problemlos und brechen unter der Haut ab, wo sie wochenlang eitern, wenn du sie nicht mit einer sterilisierten Nadel herausholst. Suche dir eine klare Sandstelle oder nutze Hafenstufen. Stelle deine nackten Füße niemals auf dunkle, untergetauchte Felsen.
Wenn du deine Ausrüstung mieten möchtest, verleiht praktisch jeder Tauchshop an der Küste Masken, Schnorchel und Anzüge für etwa zehn bis fünfzehn Euro pro Tag. Billiges Spielzeug aus Souvenirläden am Strand zu kaufen, ist Geldverschwendung. Die billigen Plastikschnallen brechen beim ersten kleinen Wellenstoß an deinem Kopf, und dünne PVC-Masken lecken ständig. Wenn du über Oberflächen-Sicht hinausgehen möchtest, hilft dir ein Blick in unseren Leitfaden zum Schnorcheln und Tauchen für Anfänger auf Teneriffa, um zu entscheiden, ob ein Tauchgang mit Pressluft für deine Reise sinnvoll ist.
- Schuhe: Hartsohlige Neoprenstiefel schützen deine Fußsohlen vor scharfkantigem vulkanischem Basalt und versteckten Seeigeln.
- Sichtbarkeitsboje: Eine leuchtend orange Oberflächenmarkierungsboje ist sinnvoll, wenn du weiter als fünfzig Meter vom Ufer entfernt bist, wo Jetskis und Schlauchboote unterwegs sind.
- Antibeschlagmittel: Spucken funktioniert, aber mit Wasser verdünntes Babyshampoo hält günstige getemperte Masken eine Stunde lang komplett klar.
- Vorsichtige Hände: Halte deine Hände von Felsspalten fern; Feuerwürmer und Petermännchen verschmelzen nahtlos mit der Basaltoberfläche.
Geführte Touren vs. selbstständiges Schnorcheln auf Teneriffa
Du stehst vor der Wahl, entweder allein in Buchten zu wandern oder für 40 bis 60 Euro eine organisierte Bootsausfahrt zu buchen. Keine der beiden Optionen ist grundsätzlich besser, aber sie passen zu unterschiedlichen Menschen.
Selbstständiges Schnorcheln gibt dir absolute Freiheit. Du kannst aufwachen, die Palmen schütteln, um die Windrichtung zu beurteilen, und dorthin gehen, wo das Meer am ruhigsten aussieht. Du bleibst so lange im Wasser, wie deine Zehen warm bleiben, und vermeidest das Geplapper großer Touristengruppen, die wie erschreckte Enten planschen. Es kostet dich nichts außer deiner Ausrüstung. Spanisches Küstenrecht garantiert öffentlichen Zugang zu jeder Küste, was bedeutet, dass du durch jeden Hafen oder jede Küstenpromenade direkt bis zur Gezeitenlinie gehen darfst.
Organisierte Bootstouren bieten Zugang zu steilen Klippen, die du zu Fuß nicht erreichen kannst. Die riesigen Basaltklippen von Los Gigantes im Westen stürzen 400 Meter senkrecht in den Atlantik hinab und lassen keinen Landzugang zu. Bootsvercharter legen direkt unter diesen schroffen Felswänden an, wo sich das Meerleben in unberührten Gewässern sammelt. Wenn du mit Delfinen paddeln und anschließend mit Schildkröten an der Palm-Mar-Mole schnorcheln möchtest, lohnt sich die Buchung einer geführten Kajak- und Schnorcheltour ab Los Cristianos-Hafen allemal.
Touren bieten auch dicke Anzüge, ordentliche Sicherheitsbriefings und Guides, die wissen, welcher spezielle Felsvorsprung an diesem Tag eine schläfrige grüne Schildkröte versteckt. Für nervöse Schwimmer oder Familien mit jüngeren Kindern, die sich nicht sicher sind, Meeresströmungen zu lesen, macht eine Bootscrew mit Rettungsringen und Spottern den ganzen Ausflug deutlich stressfreier.
Häufig gestellte Fragen zum Schnorcheln auf Teneriffa
Brauche ich einen Neoprenanzug zum Schnorcheln auf Teneriffa?
Im späten Sommer und Herbst kommst du mit einem Neopren-Shirt oder einem 2-mm-Shorty aus, aber von Dezember bis Mai brauchst du einen 3-mm- bis 5-mm-Neoprenanzug, um länger als zwanzig Minuten warm zu bleiben.
Kann man Meeresschildkröten vom Ufer aus sehen?
Ja, besonders in Alcalá und El Puertito. Beide Buchten erlauben es dir, direkt vom Strand oder von Leitern aus ins Wasser zu schwimmen, wo grüne Meeresschildkröten Algen von den Felsen fressen.
Ist Schnorcheln für Anfänger auf Teneriffa sicher?
Es ist sehr sicher in geschützten Buchten wie Abades und Las Vistas. Vermeide jedoch felsige Punkte, die Nordküste und überall dort, wo brechende Dünung herrscht, da die offenen Atlantikströmungen täuschend sein können.
Wo ist das klarste Wasser zum Schnorcheln?
Montaña Amarilla und die geschützten Buchten bei Radazul bieten einige der klarsten Gewässer der Insel, die bei geringer Dünung regelmäßig eine Sichtweite von über 20 Metern aufweisen.
Schnellübersicht
- Wassertemperaturen: 19°C (März) bis 24°C (Oktober)
- Beste Schildkröten-Spots: Alcalá-Felsen
- Beste Anfänger-Bucht: Abades
- Vorsicht vor: Langstacheligen schwarzen Seeigeln
- Beste Tageszeit: 8:30 Uhr bis 11:00 Uhr
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Bevor du deine Flossen packst
Lass deine Maske nicht im Hotel, nur weil der Sand schwarz ist und vom Strandpromenade seltsam aussieht. Der Ozean rund um diese Vulkaninsel ist auf eine Weise lebendig, die die meisten Besucher überrascht. Miete dir ein ordentliches Paar Flossen, kaufe eine Tube Antibeschlagmittel, prüfe vor dem Frühstück den Wind und gehe zu einer ruhigen Felsleiter. Der Atlantik wird sich um den Rest kümmern.
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